Der Zimmerer gestaltet
die Zukunft.

Thomas Schäfer,

Hauptgeschäftsführer der Holzbauverbände

 

Zu unseren poetischen Betrachtungen von Unternehmen, Produkten und Marken lassen wir auch gerne Persönlichkeiten aus der Wirtschaft zu Wort kommen – zu Ihren Visionen, Zielen und Vorhaben, also zu dem, was sie inspiriert und bewegt.

Heute Thomas Schäfer, Hauptgeschäftsführer der Holzbauverbände Baden-Württemberg, mit dem Titel: „Der Zimmerer gestaltet die Zukunft.“

 

Schwarzmann: Welche Vision leitet den Beruf des Zimmerers? Und wie verändert sie die Zukunft dessen, der den Beruf ergreift?
Schäfer: Die Vision des Zimmerer ist es, Lebensräume aus dem einzig nachwachsenden Baustoff Holz für eine lebenswerte Umwelt zu gestalten. Der Zimmerer selbst wird Teil der Zukunftsgestaltung, indem er seine Kreativität jeden Tag einbringen und leben darf.

Schwarzmann: Was ist am Beruf des Zimmerers bewundernswert?
Schäfer:
Der Beruf des Zimmerers hat Schöpfungskraft. Er schenkt Menschen Heimat, ein Dach über dem Kopf, Sicherheit und Behaglichkeit im Wohnumfeld.

Schwarzmann: Wie fördert der Beruf des Zimmerers die besten Seiten dessen,der ihn ergreift?
Schäfer: Als Zimmerer arbeitest Du mit einem lebenden Baustoff. Den gilt es gemeinsam, im Team zu einem Vorteil für andere zu formen. Damit dies gelingt, gehören Teamgeist, Freude am Miteinander, Kreativität und Verlässlichkeit. Wer diese Eigenschaften durch seinen Beruf als Zimmerer weiterentwickelt, lebt auch in seiner Umwelt leichter und erfolgreicher.

Schwarzmann: Welcher persönliche Fortschritt in die Zukunft ist mit dem Beruf des Zimmerers verbunden?
Schäfer: Der Zimmerer gestaltet Zukunft. Es ist einer der zukunftsträchtigsten Berufe. Ökologisch und ökonomisch. Der Topzimmerer wird einer der gefragtesten Experten für Lebensraumgestalter im öffentlichen Raum werden, weil er Bauwissen mit der Sehnsucht nach harmonischen und lebenswerten Lebensräumen verknüpft. Diese Sehnsucht leitet den Menschen von Morgen.

Schwarzmann: Hat der Beruf des Zimmerers eine Vorbildfunktion? Welche?
Schäfer: Ja. Wenn jeder mit seiner Ressource so umgeht, wie der Zimmerer, dann wird unsere Umwelt, unsere Erde noch lange Zeit lebenswert für den Menschen sein. Er benutzt einen natürlichen Rohstoff. Durch Kaskadennutzung des Holzes wird dieser mehrfach genutzt und zum Schluss wieder in den Lebenskreislauf der Natur eingebracht.

Schwarzmann: Welche Spuren kann man in seinem Leben als Zimmerer hinterlassen?
Schäfer: Die Arbeit des Zimmerer hinterlässt jeden Tag Spuren. Am Ende seines Arbeitslebens kann man mit  seinem Enkelkindern immer noch durch die Straßen gehen und sagen: Kuck mal. Das hat Opa auch gemacht.

Schwarzmann: Welche Leidenschaften lassen sich durch den Beruf des Zimmerer entdecken?
Schäfer: 
Kreativität, Mitgestalten am Objekt meiner Arbeit, Verbundenheit mit der Natur, im freien arbeiten, als Team bleibendes für Jahrhunderte Schaffen (siehe Baudenkmäler aus Holz)

Schwarzmann: Welche Träume lassen sich in der Realität als Zimmerer umsetzen?
Schäfer: 
Hoch hinaus zu kommen. In den letzten Jahren gibt es regelmäßig Superlative. „Das Höchste Gebäude in Holzbauweise“. „Das erste Gebäude, was völlig autark ist und nur aus natürlichen Rohstoffen besteht“ Der Welt, den Menschen durch Bauen mit dem ökologischen Baustoff Holz zu dienen.

Schwarzmann: Welche Vorstellungen von Erfolg liegen dem Beruf des Zimmerers zugrunde?
Schäfer: 
Erfolg hat unterschiedliche Dimensionen. Für den einen ist es, am Ende des Tages auf einem neu aufgerichteten Dach zu stehen und mit Stolz das erbaute Werk zu betrachten. Für den anderen ist es das Gefühl, gemeinsam etwas Neues gestaltet und erbaut zu haben. Für wieder andere ist es die Anerkennung der Mitmenschen, zum Erhalt der Umwelt beizutragen. Für wieder andere die Entwicklungsmöglichkeit, rasch ein eigenes Unternehmen mit Gleichgesinnten aufzubauen und ökonomisch beste Perspektiven zu haben.

Schwarzmann: Was ist das Besondere, woran sich das Berufsbild des Zimmerers orientiert?
Schäfer:
Es ist einer der ältesten Berufe, die es gibt. Die wichtigste Person des Kosmos hatte dieselbe Profession – Jesus, Gottes Sohn.

Schwarzmann: Welche Richtung gibt der Beruf des Zimmerers dem Lauf der Dinge?
Schäfer: Der Zimmerer gestaltet die Zukunft durch die Verknüpfung von Natur und Modernität. Durch verantwortlichen Umgang mit Ressourcen und die kreative Gestaltung von nachhaltig gebauten Lebensräumen beeinflusst er die Entwicklung der Bau- und Wohnkultur.

Schwarzmann: Welcher Bestimmung folgen die Ziele des Berufs eines Zimmerers?
Schäfer:
Den Menschen zu mehr Behaglichkeit, Sinnlichkeit in einer verantwortlich erstellten Lebensumwelt zu verhelfen.

Schwarzmann: Wie groß sind die Chancen auf Weiterbildung?
Schäfer: Es entwickeln sich laufend neue Berufsbilder im Zimmererhandwerk. Der CAD-Gestalter an der Abbundmaschine muss das Verständnis des Zimmerers mitbringen. Duale Ausbildungsgänge werden stark nachgefragt, deren Inhalte sich laufend erweitern. Für die Projektsteuerung  komplexer Bauvorhaben werden bevorzug Zimmerer, Zimmererpoliere und Zimmermeister eingesetzt, da der Zimmerer den besten Überblick über das Gesamtbauwerk erlernt und beherrschen muss. Insbesondere das energieeffiziente Bauen ist das Thema des Zimmerers schlechthin. In diesem Bereich entstehen attraktive neue Berufsbilder.

Welche Gedanken löst der Beruf des Zimmerers im Kopf der Menschen aus?
Schäfer: 
Der Gestalter des Daches über meinem Kopf – Sicherheit!

Schwarzmann: Welche positiven Perspektiven bietet der Beruf des Zimmerers in der Gegenwart? Und für die Zukunft?
Schäfer:
Siehe zwei Fragen zuvor. Zwischenzeitlich kann man sich zum „Manager im Holzbau“ in Biberach an der Riß weiterbilden.


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Thomas Schäfer

 ist seit über 20 Jahren beim Verband. Der Diplom-Kaufm. hat viele Jahre als Geschäftsführer die Betriebswirtschaftliche Beratung der Holzbauunternehmen betreut und die Entwicklung der Weiterbildung Holzbaus in BW mitgestaltet.
Seit 2015 ist er Hauptgeschäftsführer der Holzbauverbände, welche im FORUM HOLZBAU rund um das Bauen mit Holz angesiedelt sind.

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Der Verband des Zimmerer und Holzbaugewerbes – Holzbau Baden-Württemberg betreut in 31 Innungen knapp 1.100 Zimmereibetriebe. Wir sind Interessenvertretung der Holzbauunternehmen sowie Dienstleister für alle Fragen im Unternehmensalltag. Er ist zuständig für die überbetriebliche Ausbildung der Zimmererlehrlinge. Diese erhalten im Zimmerer-Ausbildungs-Zentrum in Biberach an der Riß ihre praktische Unterweisung.